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Nachhaltiges Wassermanagement im Nordosten Kasachstans

Kapazitätsaufbau und verbessertes Monitoring zur Vermeidung ressourcenbezogener Konflikte

Wasserknappheit und -verschmutzung, bedingt durch den Klimawandel, das Bevölkerungswachstum und industrielle Aktivitäten, stellen dringende Herausforderungen in Zentralasien dar, insbesondere in Kasachstan. Die Flüsse des Landes, darunter der Irtysch und der Ishim, sind zunehmenden Belastungen durch Wasserentnahmen stromaufwärts, den Klimawandel und Verschmutzungen aus verschiedenen Quellen ausgesetzt. Diese Herausforderungen bedrohen nicht nur Ökosysteme und die öffentliche Gesundheit. Sie bergen auch die Gefahr geopolitischer Konflikte, da diese Flüsse gemeinsam mit den Nachbarländern China und Russland genutzt werden. Trotz jüngster bilateraler Abkommen fehlen Kasachstan nach wie vor ausreichendes Fachwissen, die nötige Infrastruktur und Überwachungssysteme, um seine Wasserressourcen wirksam zu schützen.

Das Einzugsgebiet des Irtysch, eine lebenswichtige Wasserquelle sowohl für die Industrie als auch für die Trinkwasserversorgung, verdeutlicht die Schwere des Problems. Industriezentren wie Pawlodar verbrauchen große Wassermengen, wobei erhebliche Verluste entstehen und die Abwasserbehandlung unzureichend ist. Lokale Verschmutzungsherde, verursacht durch Bergbau, Petrochemie und Landwirtschaft, verdeutlichen den dringenden Bedarf an verbesserter Überwachung und Regulierung. Im Norden Kasachstans kommt es zudem zur unkontrollierten Grundwassernutzung durch kleine Gemeinden, was die Bedeutung eines umfassenden und transparenten Überwachungssystems unterstreicht, das einen gerechten Zugang zu sicherem Wasser gewährleistet.

Die Projektziele lauten:

  • Entwicklung moderner, praxisorientierter Umweltüberwachungssysteme für Oberflächen- und Grundwasser.
  • Ausbildung von Fachkräften durch gemeinsame Workshops, Feldübungen und Austauschprogramme.
  • Aufbau eines nachhaltigen Netzwerks zwischen kasachischen und deutschen Institutionen zur Förderung von Forschung, Lehre und beruflicher Weiterbildung im Bereich Wasserwirtschaft.
  • Durchführung einer Stakeholder-Analyse und Förderung des Dialogs zwischen Behörden, Hochschulen und der Zivilgesellschaft.

Das Projekt beginnt mit einer Bestandsaufnahme der vorhandenen technischen und institutionellen Kapazitäten, gefolgt von Workshops und Forschungsaufenthalten. Diese sollen „Train-the-Trainer“-Initiativen unterstützen und so langfristig Fachkompetenz in lokalen Institutionen sichern. Die Ergebnisse werden in zweisprachigen Schulungsmaterialien und digitalen Ressourcen für eine breite Verbreitung zusammengefasst. Durch die Förderung von Überwachungsmaßnahmen, wissenschaftlichem Austausch und beruflicher Weiterbildung zielt das Projekt darauf ab, eine Grundlage für eine nachhaltige Wasserwirtschaft in Kasachstan zu schaffen und einen Beitrag zum Umweltschutz und zur Konfliktprävention zu leisten.

Zeitraum: 01.01. - 31.12.2026

Gefördert von: Deutscher Akademischer Austauschdienst | ↗ Ost-West-Dialog

Projektleitung: Dresdner Grundwasserforschungszentrum (DGFZ) e.V.

Projektpartner: Kozybayev Universität und Toraighyrov Universität, Kasachstan

Kontakt am DGFZ: Dr. Jana Sallwey | jsallwey[at]dgfz.de