Hydrogeologie / Wasserressourcenmanagement

Neue Wasserfassung Saloppe - Hydrogeologisches Gutachten

Auftraggeber: DREWAG Netz GmbH Dresden
Bearbeitungszeitraum: 2015-2016

Die DREWAG Netz GmbH versorgt die Landeshauptstadt Dresden mit Trink- und Brauchwasser. Aufgrund veränderter Qualitätsparameter im Rohwasser der WF Albertstadt wurden verschiedene Varianten des weiteren Vorgehens bei der Versorgung zur Diskussion gestellt. Im Ergebnis des Entscheidungsprozesses ist die Nutzung einer neuen WF Saloppe eine mögliche Handlungsoption.

Ziel der Bearbeitung ist die modellgestützte Überprüfung verschiedener Konfigurationen der WF Saloppe zur Anpassung des bestehenden Wasserrechts als Grundlage für die Planung, Ausführung und den Betrieb der Wasserfassung. Zu untersuchen waren die sich einstellenden Absenkungsbeträge in den Brunnen, die Grundwasserstände im betrachteten Gebiet (Darstellung von Hydroisohypsen) sowie die Ausbildung des Einzugsgebietes im räumlichen Bezug zum Bilanzgebiet Albertstadt/Saloppe (B03), das in vorausgegangene Arbeiten beschrieben wurde. Das Projekt wurde von einem Mitarbeiter des DGFZ e.V. im Rahmen seiner Teilanstellung bei einem Partner des DGFZ am Grundwasserzentrum Dresden durchgeführt.

Für die neue Wasserfassung Saloppe sind zwei Ausbaustufen geplant. In einer ersten Ausbaustufe wird der Bereich östlich des ehemaligen WW Saloppe zur Uferfiltratgewinnung genutzt, in einer zweiten Ausbaustufe wird die Fassung im Bereich westlich des ehemaligen WW Saloppe in Richtung Waldschlösschenbrücke erweitert. Mittels Variantenberechnungen sollten die maximal mögliche Fördermenge und verschiedene Ausbauvarianten zunächst für die Ostfassung geprüft werden. Ausgehend von den Ergebnissen dieser Berechnungen und der Entscheidung des Auftraggebers zur technischen Entwicklung der Ostfassung (Festlegung der Brunnenstandorte) wurden die Varianten zur zweiten Ausbaustufe (Westfassung als Spiegelung der Ostfassung) umgesetzt. Die Variantenbetrachtungen beziehen sich dabei auf Mittelwasser und Niedrigwasser der Elbe.

Die Bearbeitung erfolgte in zwei Stufen. In der ersten Ausbaustufe wurde zunächst der Ostteil der Wasserfassung Saloppe hinsichtlich der maximal gewinnbaren Wassermenge bei Niedrig- und Mittelwasser der Elbe (Berechnung mit 12.000 m³/d, 16.000 m³/d und 20.000 m³/d) und der Anzahl und Lage der erforderlichen Brunnen optimiert. Auf Grundlage der in der 1. Ausbaustufe ermittelten optimierten Wasserfassung Saloppe Ost erfolgte in der 2. Ausbaustufe die Ermittlung der mit der gesamten Wasserfassung Saloppe gewinnbaren Wassermenge. Insgesamt wurden 41 Varianten betrachtet.

Zur Kontrolle der Varianten hinsichtlich ihrer Realisierbarkeit wurden folgende Kriterien untersucht:

•    berechnete Absenkung bzw. Brunnenwasserstände;

•    Ausbildung des Einzugsgebietes;

•    Lage zu relevanten Altlastenverdachtsflächen;

•    Auswirkungen auf die Grundwasserstände an der Waldschlösschenbrücke.

Für die einzelnen Varianten wurden auf der Basis von Bilanzgebietsbetrachtungen Anteile von Uferfiltrat an der Gesamtfördermenge ausgewiesen. Für die optimierten Varianten erfolgte ebenfalls die Ausweisung der gewinnbaren Wassermenge bei gleichzeitigem Betrieb des Wasserwerks Albertstadt. Es wurde eine Ausbauempfehlung für die Brunnen gegeben und eine Reihe von Maßnahmen für einen optimalen Fassungsbetrieb empfohlen. Die Grundwasserströmungsberechnung erfolgte mit dem Grundwassermodell Dresden der Landeshauptstadt.